Ein Smart Speaker steht auf einer Holzplatte, auf seinem Bildschirm steht die Adresse der HUMANBRAND Media Academy.

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Voice-Search und SEO – besteht Handlungsbedarf?

SEO in Zeiten von Alexa, Google Assistant, Siri & Co.

2019 wird Voice-Search laut Forbes SEO („search engine optimization”) dominieren. Doch ist Voice-Search ein Hype oder besteht konkreter Handlungsbedarf bei der Suchmaschinenoptimierung?
Wir zeigen, wo die Unterschiede zu klassischen Suchanfragen liegen, und was man jetzt schon alles richtig machen sollte.

Was ist Voice-Search?

Voice-Search umfasst die Übermittlung von Suchanfragen mittels Voice-Recognition-Technologien (Spracherkennung), die Interpretation dieser Suchanfragen mittels „natural language processing“ und die Beantwortung der Anfragen mittels Text-to-Speech-Technologien oder schriftlich auf dem Bildschirm. Voice-Search ist in Smartphones, Tablets, auf dem PC, in Smart Speakern im Haushalt oder in modernen Autos möglich.

Die Spracherkennung funktioniert mittlerweile für viele Sprachen bereits sehr gut; Verbesserungsbedarf gibt es vor allem noch bei der Interpretation der Suchanfragen. Hier gibt es (nicht nur bei Google) starke Qualitätsunterschiede zwischen den Sprachen. Englisch schneidet in puncto Interpretation der Fragen und ggf. des Kontexts deutlich besser ab als andere Sprachen. Diese Annahme wird auch in einem internationalen Vergleich verschiedener Voice-Search-Geräte von Search Laboratory bestätigt. Deutsch liegt bereits auf Platz zwei, wobei die Interpretation deutschsprachiger Suchanfragen durch die oft längeren, manchmal verschachtelten Formulierungen, zusammengesetzte Nomen und trennbare Verben erschwert wird.

Wird eine Frage richtig interpretiert, funktioniert auch die Beantwortung in der Regel sehr gut. Wird die Antwort in Form von natürlicher Sprache ausgegeben, ergibt sich die zusätzliche Herausforderung, dass es (im Gegensatz zu einer Suchergebnisseite auf dem Bildschirm) schwieriger ist, mehrere Antworten zu liefern. Daher ist es wichtig, dass hier immer die richtige und relevanteste Antwort geliefert wird.

Die größte Hürde von Voice-Search auf ihrem Weg zur „künstlichen Intelligenz“ ist also die korrekte Interpretation der Frage und die Lieferung des relevantesten Ergebnisses.

Wie häufig wird Voice-Search genutzt?

Viele aussagekräftige Statistiken zu Voice-Search und ihrer Nutzung beziehen sich auf den US-amerikanischen Markt. Ein allgemeiner Trend sowie ein Einblick in die globalen Entwicklungen rund um das Thema Voice-Search lassen sich dennoch ablesen.

Laut Location World nutzten bereits im Jahr 2016 40 % der Erwachsenen täglich Voice-Search. Im selben Jahr verzeichnete Google 20 % aller mobilen Suchanfragen per Voice-Search.

Eine detaillierte Infografik von SEO Tribunal zeigt hier Altersunterschiede: 2018 setzten 25,8 % der Millenials auf sprachgesteuerte Suchanfragen, während Voice-Search bei nur 9,9 % der Babyboomer zum Einsatz kam. Die Prognosen für 2019 lassen die Voice-Search-Nutzung der Millenials auf fast 40 % steigen.

Bis zum Jahr 2020 sollen 30-50 % aller Suchanfragen laut Gartner (30 %) bzw. Comscore (50 %) per Voice-Search erfolgen.

Laut einer Befragung von eMarketer (Q2/2017) ist der Voice-Search-Anteil unter Internetnutzern in Asien am höchsten (27 %), gefolgt von Nordamerika (22 %) – Europa liegt hier mit einem Durschnitt von 13 % für alle befragten Altersgruppen auf dem letzten Platz, obwohl die 16- bis 20-Jährigen in Europa mit 25 % im Durchschnitt liegen.

Ein Balkendiagramm zeigt die Voice-Search-Nutzung in verschiedenen Altersgruppen in Nordamerika, Asien und Europa.

Welche digitalen Assistenten gibt es?

Mittlerweile bieten alle fünf US-Tech-Giganten digitale Assistenten an. Wie diese heißen und auf welchen Geräten sie genutzt werden können, zeigt folgende Aufstellung:

Frequency und Quality-Ranking: KPIs zur direkten Bewertung von Anzeigen

Je relevanter der Inhalt einer Anzeige für die jeweilige Zielgruppe ist, desto besser wird die Anzeige performen. Im Gegensatz zur Frequenz ist also ein hohes Quality-Ranking wünschenswert. Eine hohe Frequency (Frequenz) hingegen bedeutet, dass die Werbeanzeige Gefahr läuft, der Zielgruppe durch zu häufiges Erscheinen auf die Nerven zu fallen.

AnbieterAssistent(in)Devices
AppleSiri• Smartphones & Tablets (nativ)
• Speaker (HomePod)
• Autos (CarPlay)
AmazonAlexa• Smartphones (App) & Tablets (App oder nativ)
• Speaker (Amazon Echo)
• Autos (built-in, App, Echo Auto)
GoogleGoogle Assistant• Smartphones & Tablets (nativ)
• Speaker (Google Home)
• Autos (built-in, Android Auto)
MicrosoftCortana• Smartphones (App), PCs (nativ) & Tablets (App oder nativ)
• Speaker (Invoke)
• Autos (built-in, App)

Wie optimiere ich meinen Content auf Voice-Search?

Von allen SEO-Maßnahmen hat Voice-Search-Optimierung für uns selbst und viele unserer Kunden im B2B-Bereich noch nicht die höchste Priorität. Das liegt daran, dass wir in Europa sind, eine etwas ältere Zielgruppe ansprechen und das B2B-Publikum doch deutlich häufiger am Desktop oder Smartphone sucht als andere Zielgruppen.

Zum Glück sind aber einige SEO-Maßnahmen, die wir ohnehin bereits umsetzen, auch für die Voice-Search-Optimierung ideal.

Diese sind:

  • Keywordoptimierung auf Fragen, speziell W-Fragen
  • Gliederung und Strukturierung des Contents
  • Responsiveness und mobile Optimierung
  • Google My Business & Google Places

Keywordoptimierung auf (W-)Fragen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Voice-Search-Anfragen und klassischen Suchmaschinenanfragen ist, dass User mittels Voice-Search lieber natürliche Fragen formulieren. Anstatt nur nach dem Suchbegriff „Leadgenerierung“ zu suchen, formulieren sie lieber Fragen wie „Was ist Leadgenerierung?“ oder „Wie funktioniert Leadgenerierung?“. Eine Optimierung des Contents auf Fragen, speziell auf die W-Fragen, ist daher eine wichtige SEO-Maßnahme, die auch Voice-Search-Ergebnisse verbessert.

Gliederung und Strukturierung des Contents

Durch eine gute Gliederung und Strukturierung kann eine Suchmaschine eine Seite besser indexieren und so relevantere Suchergebnisse liefern, dies gilt bei Voice-Search umso mehr. Auch für den User hilft Gliederung und Struktur bei der Lesbarkeit der Inhalte.

Näheres dazu auch in unserem Content- und SEO-Workshop!

Responsiveness und mobile Optimierung

Durch Responsive Design und Optimierung auf Mobilgeräte werden Seiten lesbarer, auch auf Geräten mit kleinen Bildschirmen. Auch davon profitieren Suchanfragen, die mittels Sprachausgabe beantwortet werden sollen.

Näheres dazu auch in unserem Content- und SEO-Workshop!

Google My Business und Google Places

Voice-Search wird oft für Navigationsanfragen genutzt, zum Beispiel „Navigiere zur HUMANBRAND Media Academy“. Hier hilft ein Google Place, damit über Voice-Search der richtige Ort gefunden werden kann. Für die Beantwortung der Frage „Wie lautet die Telefonnummer von HUMANBRAND?“ ist es wichtig, dass HUMANBRAND bei Google My Business hinterlegt ist. Aber auch der Ort, an dem die Frage gestellt wird, spielt eine Rolle. Stelle ich diese Frage in Wien, antwortet Google korrekt mit der Telefonnummer der Firma (HUMANBRAND Media GmbH). Stelle ich sie in den USA, bekomme ich die Nummer einer ähnlich lautenden Firma in Kanada.

Fazit

Oftmals wird Voice-Search noch nicht gezielt in SEO- und Content-Marketing-Strategien berücksichtigt. Dabei wird die zunehmende Nutzung sprachgesteuerter Suchanfragen immer relevanter und für die Suchmaschinenoptimierung somit immer wichtiger. Guter Content sollte auch auf sprachbasierte Suchanfragen abgestimmt werden. Eine große Herausforderung stellen zurzeit natürliche Fragen der Nutzer dar, weshalb es umso wichtiger ist, W-Fragen bei SEO-Maßnahmen zu berücksichtigen. Wer seine Zielgruppe kennt und seinen Content auch auf satzbasierte Suchen optimiert, ist für die steigende Nutzung von Voice-Search bestens gerüstet.

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