Eine Person sieht sich auf einem Notebook Pinterest-Ads an.

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Pinterest-Ads gibt es auch in Österreich!

Werbeformate, Ziele und Platzierungen bei Pinterest

Seit Kurzem ist in Österreich auf Pinterest die Schaltung von Werbeanzeigen möglich. Lange hat die Inspirationsplattform Pinterest mit der Ausweitung der Werbeanzeigen auf den europäischen Raum auf sich warten lassen. Anfang 2019 war es dann so weit: Pinterest-Ads sind nun auch in Europa verfügbar, genauer gesagt in Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien und eben Österreich. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie der Pinterest Ads Manager funktioniert, welche Werbeformate angeboten werden und welche Ziele Sie damit verfolgen können.

Visueller Content ist für uns ansprechender als geschriebener. Das bestätigen zahlreiche Studien zur Werbewirkung. Hier scheint Pinterest den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben, denn auf dieser Plattform stehen Bilder und Videos noch mehr im Vordergrund als beispielsweise beim „Kollegen“ Instagram. Behält man dies im Hinterkopf, so ist es verwunderlich, dass Pinterest als Marketingtool eher stiefmütterlich behandelt wurde.

Die potenzielle Reichweite ist groß: Über 250 Millionen Benutzer zählt die visuelle Suchmaschine Pinterest bereits; über 50 % davon befinden sich dabei außerhalb der USA. Dass sich die User auf Pinterest im „Entdecker“-Modus befinden und sich inspirieren lassen wollen oder nach etwas Konkretem suchen, können Werbetreibende mit der richtigen Platzierung der Ads gut ausnützen. Wie? Das erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

Erste Schritte mit dem Pinterest Ads Manager

Wie bei anderen Social Media Plattformen benötigt man auch bei Pinterest ein Unternehmenskonto, um Werbung schalten zu können. Bei der Einrichtung des Unternehmenskontos steht man vor der Entscheidung, das private Profil in ein Unternehmenskonto umzuwandeln oder ein komplett neues zu erstellen.

Im zweiten Schritt ist es empfehlenswert, das Unternehmenskonto verifizieren zu lassen. Dadurch wird sichergestellt, dass der richtige Name und das Profilbild auf jedem Pin angezeigt werden, auch wenn ihn ein anderer Nutzer pinnt.

Einem Unternehmenskonto können verschiedene Nutzer mit verschiedenen Rollen (Administrator, Analytiker, Zielgruppe, Finanzen, Kampagne) zugewiesen werden, wobei jede dieser Rollen unterschiedliche Berechtigungen hat. Hier können Sie alles zu den Nutzerrollen eines Pinterest-Anzeigenkontos nachlesen.

Zielbasierte Kampagnenkreation mit dem Pinterest Ads Manager

Wirft man einen ersten Blick auf den Pinterest Ads Manager, bemerkt man, dass die Kampagnenkreation ähnlich aufgebaut ist wie bei anderen Plattformen, z. B. Facebook oder LinkedIn: Die Kampagnenkreation erfolgt zielbasiert. Im ersten Schritt wählt man also ein Marketingziel aus, von dem dann die Anzeigenformate und die Abrechnung abhängen. Derzeit können folgende Ziele mit Pinterest-Ads abgedeckt werden:

  • Markenbekanntheit (CPM)
  • Videoaufrufe (CPV)
  • Traffic (CPC)
  • Conversions (CPA)
  • App Installation (CPI oder CPC)
Ein Funnel zeigt, wie die zielbasierte Kampagnenkreation anhand des Marketing-Funnels für Pinterest-Ads funktioniert.

Zielbasierte Kampagnenkreation auf Pinterest anhand des Marketing-Funnels

Welche Anzeigenformate gibt es im Pinterest Ads Manager?

Die nativen Anzeigeformate von Pinterest fügen sich perfekt in die Pin-Umgebung ein. Sie sehen aus wie organischer Content, sind als Anzeigen aber natürlich als solche gekennzeichnet. Klickt man auf die Anzeige, so kommt man auf die Landingpage, bleibt aber immer noch innerhalb von Pinterest und kommt auch ganz einfach wieder zurück.

Screenrecord: Promoted Pin

Momentan gibt es vier verschiedene Anzeigenformate:

1. Promoted Pins

Promoted Pins sind das Standard-Anzeigenformat und sehen wie ein normaler Pin aus. Mit dieser Ad-Variante lässt sich die Unternehmensreichweite steigern, da die Inhalte mehr Nutzern auf der Plattform angezeigt werden.

Auf dem Screenshot sieht man die Pinterest-App, in der gerade ein Promoted Pin angezeigt wird.

Screenshot: Promoted Pin

Promoted Pins können eingesetzt werden, um die Ziele Markenbekanntheit, Traffic sowie Conversions zu erreichen.

2. Promoted Video-Pins

Da der Trend immer mehr in Richtung Video statt statischem Content geht, gibt es natürlich auf auf Pinterest ein passendes Anzeigenformat: die Promoted Video-Pins. Da diese ebenso innerhalb der normalen, meist statischen Pin-Umgebung eingebettet werden, erzeugen sie mehr Aufmerksamkeit beim User.

Promoted Video-Pin (Maximalbreite) (Quelle: Pinterest)

Die Videos werden standardmäßig ohne Ton abgespielt, deswegen empfiehlt es sich, mit Untertiteln zu arbeiten. Außerdem sind zwei Videobreiten verfügbar – die Standard- und die Maximalbreite. Promoted Video-Pins können in der Standardbreite für die Ziele Videoaufrufe, Traffic und Conversions, in der Maximalbreite jedoch ausschließlich für das Ziel Videoaufrufe verwendet werden.

3. Promoted Karussell-Pins

Wer keine Ressourcen hat, ein Video zu produzieren, kann für das Storytelling auf die Promoted Karussell-Pins zurückgreifen. Mit zwei bis fünf Bildern kann man mehr über das beworbene Produkt bzw. die Marke erzählen. Jedes dieser Bilder kann mit einer separaten Landingpage verknüpft werden.

Promoted Karussell-Pin

Dieses Anzeigenformat eignet sich zur Verfolgung der Ziele Markenbekanntheit, Traffic und Conversions.

4. Promoted App-Pin

Diese Anzeigenvariante sieht aus wie ein Promoted Pin, jedoch ist diesem Pin ein Installieren-Button hinzugefügt. Klickt man auf den Button, kann man die App direkt im App Store bzw. dem Google Play Store downloaden, ohne Pinterest verlassen zu müssen. Diese Anzeigenvariante unterstützt derzeit nur Apps, die auf iOS oder Android basieren.

Auf dem Screenshot sieht man die Pinterest-App, in der gerade ein Promoted App-Pin angezeigt wird.

Screenshot: Promoted App-Pin

In der folgenden Infografik haben wir für Sie zusammengefasst, welche Ziele Sie mit welchen Werbeformaten auf Pinterest erreichen können:

Eine Infografik zeigt die verfügbaren Formate für Pinterest-Ads sowie ihre jeweilige Platzierung und die damit verfolgbaren Ziele.

Targetingmöglichkeiten & Limitierungen von Pinterest-Ads

Die Targetingmöglichkeiten auf Pinterest sind derzeit noch eher eingeschränkt und (noch) nicht so umfangreich wie bei anderen Plattformen. Derzeit gibt es folgende Targetingmöglichkeiten:

Demografisches Targeting

Innerhalb des demografischen Targetings kann nach Geschlecht, Standort und Sprache getargetet werden. Hier gibt es v. a. beim Standort-Targeting erhebliche Einschränkungen. Bei manchen Ländern kann man die einzelnen Bundesländer/Kantons targeten (z. B. Deutschland), bei manchen ist dies wiederum nicht möglich (z. B. Österreich). Grundsätzlich gibt es auch die Funktion, nach dem Alter zu differenzieren; diese ist jedoch vorerst nur innerhalb der USA ausführbar.

Interessen-Targeting

Während Nutzer ihre Kategorien- und Startfeeds durchsehen, zeigt man ihnen mit dem Interessen-Targeting Anzeigen basierend auf deren Interessen. Man kann hierbei Interessen wie Gesundheit, Bildung, Entertainment, etc. targeten, wobei man innerhalb der Interessen weitere Unterkategorien auswählen kann (bei Gesundheit wären das z. B. Diät & Ernährung, Gesundheit von Kindern, Gesundheit von Erwachsenen usw.).

Keyword-Targeting

Das Keyword-Targeting funktioniert ähnlich wie bei Google Ads – nur nicht so komplex. Wählt man ein bestimmtes Keyword aus, das man targeten möchte, so erscheint der Promoted Pin zwischen den passenden Suchergebnissen. Indem man Keywords ausschließt, kann die Zielgruppe noch präziser erreicht werden. Außerdem bietet Pinterest Berichte zu den Suchbegriffen, mit denen man die Keyword-Strategie laufend optimieren kann.

Retargeting/Zielgruppen-Targeting

Mit dieser Option kann man Nutzer erreichen, die am ehesten für die Werbebotschaften eines Unternehmens empfänglich sind. Hierbei ist der Streuverlust am geringsten.

Eine Möglichkeit ist das Retargeting von Nutzern aus Kundenlisten auf Basis von E-Mail-Adressen, wobei hier die Frage der DSGVO-Konformität im Raum steht – zumindest im europäischen Raum. Lädt man eine Liste hoch, so wird diese sofort verschlüsselt und kann im Nachhinein nicht mehr bearbeitet werden. Sobald die Liste 100 Übereinstimmungen hat, ist sie aktiv. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern.

Eine weitere Möglichkeit, Nutzer wieder zu erreichen, ist das Retargeting von Webseitenbesuchern auf Basis des Pinterest-Tags. Dies funktioniert ähnlich wie beim Kundenlisten-Targeting erst ab 100 Personen. Hier finden Sie eine Anleitung zum Einbau des Pinterest-Tags. Wurde die Website in den Kontoeinstellungen verifiziert, so kann man von ihr aus Personen ansprechen, die zuvor mit Pins von der Website interagiert haben. Es lässt sich hier ein Filter setzen, um bestimmte Personen zu erreichen bzw. auszuschließen.

Eine Möglichkeit, bestehende Zielgruppen zu erweitern, stellt das ActAlike-Targeting dar, welches das Pinterest-Pendant zu den Lookalike Audiences von Facebook ist. Auf Basis von bestehenden Zielgruppen erstellt der Pinterest-Algorithmus statistische Zwillinge, welche ähnliche Eigenschaften wie die Nutzer der ausgehenden Zielgruppe haben.

Geräte-Targeting

Wie das demografische Targeting zählt das Geräte-Targeting schon fast zum Standard bei den gängigen Social Media Plattformen. Hier kann zwischen Android-Smartphone und -Tablet, iPhone, iPad, Web sowie mobilem Internet gewählt werden. Dies ist vor allem relevant für Kampagnen mit dem Ziel App Installation.

Pinterest-Ads sind (noch) nicht perfekt, es lohnt sich jedoch, sie auszuprobieren.

Pinterest eignet sich aufgrund der verfügbaren Themen überwiegend für B2C-Kampagnen. Vor allem Themen wie Mode, Beauty und Gesundheit sind auf Pinterest besonders populär. Neben den begrenzen Targetingmöglichkeiten stellt dies eine grundlegende Limitierung von Pinterest-Ads dar. Unternehmen, die ihre Marken- bzw. Produktbotschaften in schöne Bilder und Videos packen können, haben jedoch einen Vorteil auf Pinterest. Dies gilt unabhängig von der Branche, in dem das Unternehmen tätig ist.

Pinterest-Ads bieten einen zusätzlichen Touchpoint mit dem User und ermöglichen dadurch sicherlich eine Reichweitensteigerung. Außerdem ist Werbung auf Pinterest jetzt noch sehr günstig, was auch an der (noch) geringen Konkurrenz liegen kann. Am besten ist es also, jetzt zu starten und von den Effekten als First Mover zu profitieren.

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